Anzeige
Jens Schollmeier
B-trainee: Azubistation – Verantwortung übernehmen und am Alltag wachsen
Ein gemeinsames Projekt der KLINIK BAVARIA und des Medizinischen Ausbildungszentrums

Im Projekt B-trainee – Azubistation übernimmt eine komplette Klasse des dritten Ausbildungsjahres für zwei Wochen die Verantwortung für eine Station unter fachlicher Begleitung, aber organisatorisch weitgehend selbstständig. Das Projekt verbindet Theorie und Praxis auf besondere Weise und stärkt nicht nur Handlungskompetenz, Selbstorganisation und Teamarbeit, sondern auch Kommunikation und Fehlerkultur. Es macht die reale Arbeitswelt mit all ihren Anforderungen erlebbar. Durch systematische Vorbereitung, strukturierte Reflexion und wiederkehrende Evaluationsrunden hat sich das Projekt zu einem festen Bestandteil der generalistischen Pflegeausbildung in der KLINIK BAVARIA entwickelt.

Anzeige

Verantwortung übernehmen und daran wachsen

Die KLINIK BAVARIA Kreischa/Zscheckwitz bietet ein umfassendes Spektrum an medizinischer Versorgung – von der neurologischen Frührehabilitation bis hin zur intensivmedizinischen Behandlung. Als eines der führenden Rehabilitationszentren Deutschlands ist sie der ideale Ort, um zeitgemäße Berufsausbildung praxisnah und verantwortungsbewusst zu gestalten.

Gerade in diesem komplexen Arbeitsumfeld ist es wichtig, Auszubildende frühzeitig an verantwortungsvolle Aufgabenheranzuführen. Das Projekt Azubistation bietet genau das: eine geschützte, aber realitätsnahe Möglichkeit, den realen Pflegealltag ganzheitlich zu erleben und selbst zu steuern.

Das Projekt bietet den Auszubildenden die Möglichkeit, für zwei Wochen die Verantwortung für eine komplette Station zu übernehmen, von der Dienstplanung bis zur koordinierten Pflege. Die enge Zusammenarbeit zwischen Berufsfachschule und Klinik ermöglicht dabei eine perfekte Verzahnung von Theorie und Praxis, wobei die Auszubildenden in echten, herausfordernden Situationen ihre Pflegekompetenzen, Kommunikation und Teamfähigkeitenweiterentwickeln können.

Gemeinsames Projekt: Theorie trifft Praxis

Ein entscheidender Erfolgsfaktor des Projekts ist die enge Zusammenarbeit zwischen Berufsfachschule und Klinik. Beide Institutionen arbeiten Hand in Hand, um den Auszubildenden eine praxisorientierte Ausbildung zu bieten, die nicht nur fachliche, sondern auch soziale und individuelle Kompetenzen fördert.

„Das Projekt B-trainee – Azubistation zeigt, wie sinnvoll es ist, Theorie und Praxis zusammenzuführen, und bietet den Auszubildenden eine wertvolle Chance, ihr Wissen direkt anzuwenden“, sagt Kathleen Pose, Projektverantwortliche.

Vorbereitung: Verantwortung beginnt schon vor dem ersten Dienst

Bevor die Auszubildenden in die praktische Projektphase starten, durchlaufen sie eine gründliche Vorbereitung. Während eigener Projekttage in der Berufsfachschule erlernen sie, wie sie einen Dienstplan erstellen, Kommunikation im Teamgewährleisten und sich mit relevanten Krankheitsbildern, sowie dazugehörigen Pflegeprozessen auseinandersetzen.

Eine Auszubildende beschreibt:
„Dienstplanung ist schon etwas schwierig, wenn man versucht, alle Wünsche unter einen Hut zu bekommen.“

Der Einführungstag in der Klinik ist der zweite Baustein der Vorbereitung. In Workshops zu Kommunikation, Fehlerkultur, Stressbewältigung und Notfallmanagement werden die Auszubildenden auf die Herausforderungen des Klinikalltags vorbereitet. Sie bekommen gängige medizinische Geräte gezeigt, trainieren die Übergabe von Patienten und erhalten einen Impuls vom therapeutischen Team mit den wichtigsten Eckpunkten der gemeinsamen Stationsarbeit. Eine Stationsbegehung sorgt für weitere Einblicke in die Abläufe und Rahmenbedingungen vor Ort und rundet diesen Tag ab.

Projektphase: echte Arbeitsrealität erleben

Die zwei Wochen auf der Azubistation sind intensiv und herausfordernd. Die Auszubildenden übernehmen die Verantwortung für die gesamte Organisation der Station, die Pflegeplanung, Übergaben, Dokumentationen und die Koordination im interdisziplinären Team, wie beispielsweise mit dem ärztlichen Dienst, dem therapeutischen Team, den Fachabteilungen und dem Service.

Praxisanleitende, Stationspersonal und Lehrkräfte stehen jederzeit im Hintergrund bereit, bieten bei Bedarf fachliche Unterstützung und reflektieren die Lernprozesse gemeinsam mit den Auszubildenden. Dennoch sind es die Auszubildenden, die die Verantwortung für ihre Handlungen übernehmen und die gesamten Pflegeprozesse steuern. Die Auszubildenden sind auch in der Führung des eigenen Azubiteams voll gefordert, was ihnen hilft, Selbstbewusstsein,Führungs- und Handlungskompetenz zu entwickeln.

Viele Auszubildende beschreiben dabei einen wichtigen Lernschritt:
„Man lernt zu priorisieren. Das Wichtigste ist, dass es den Patientinnen und Patienten gut geht – dann kommt das Drumherum.“

Jede Azubistation ist einzigartig

Seit dem Start 2024 fand jede praktische Projektphase auf einem anderen Stationsbereich unserer Phase B Abteilungenstatt. Die Stationen unterscheiden sich dabei in Profil, Teamstruktur, sowie räumlichen Gegebenheiten und damit verändern sich auch Anforderungen an Organisation, Kommunikation und Zeitmanagement.

Dieser Wechsel ist nicht das primäre Lernziel, führt aber zu wertvollen Erfahrungen. Manche Auszubildende lernen dabei Fachbereiche kennen, in denen sie zuvor noch keinen Praxiseinsatz hatten. Andere merken, wie stark auch Laufwege, Materiallogistik oder bauliche Besonderheiten ihren Pflegealltag beeinflussen können.

Ein Lernprozess für alle Beteiligten

„Es ist beeindruckend, wie die Auszubildenden in so kurzer Zeit sichtbar wachsen“, beschreibt eine Praxisanleiterin.

Auch das Stationsteam profitiert: Die gemeinsame Verantwortung und die etwas andere Teamkonstellation regen dazu an, Routinen zu hinterfragen und Abläufe neu zu betrachten. Die Lehrkräfte wiederum erleben ihre Theorieinhalte in der Praxis und können diese Erfahrungen unmittelbar in die Gestaltung der Unterrichtssequenzen zurückfließen lassen.

Die Lernentwicklung der Auszubildenden wird regelmäßig begleitet und ausgewertet. Diese Begleitforschung ist fest im Konzept verankert und kein Zusatz am Rand. Sie hilft dabei, genau auszuwerten, wie sich die Ausgestaltung der Azubistation auf die Entwicklung der beruflichen Handlungskompetenz in der Pflege auswirkt und wo das Konzept sinnvoll nachjustiert werden kann.

Feedbackrunden und kontinuierliche Weiterentwicklung

Am Ende jeder praktischen Projektphase findet eine gemeinsame Feedbackveranstaltung mit allen Beteiligten statt: Auszubildende, Praxisanleitende, Pflegefachkräfte, Stationsleitungen, ärztlicher Dienst, Therapie, Lehrkräfte der Berufsfachschule, sowie die Geschäftsleitung Pflege und die Geschäftsführung.

Die Auszubildenden erhalten hier nicht nur Rückmeldungen, sondern vor allem Raum, ihre eigene Perspektive zu schildern: Wo sind sie an Grenzen gekommen? Was hat ihnen geholfen? Wo hätten sie sich andere Unterstützung gewünscht? Häufig wird deutlich, dass gerade der Umgang mit Fehlern und Unvorhergesehenem zentrale Lernchancen birgt.

Zudem werden hier die Erfahrungen, Herausforderungen und Verbesserungsideen systematisch gesammelt. Diese Rückmeldungen fließen direkt in die Weiterentwicklung des Projekts ein. So entsteht ein Format, das von Durchlauf zu Durchlauf reifer wird.

Ausblick: ein Projekt mit Zukunft

Seit dem ersten Testdurchlauf im Jahr 2024 hat sich das Projekt bereits zu einem festen Bestandteil der praktischen Pflegeausbildung in Kreischa entwickelt:

  • 2024: erster Durchlauf
  • 2025: vier Durchläufe
  • 2026: bereits drei weitere geplant

Die Verstetigung des Projekts zeigt, wie wertvoll es für alle Beteiligten ist und wie es kontinuierlich weiterentwickelt wird, um die Ausbildung von Pflegefachkräften noch praxisnäher und professioneller zu gestalten.

Fazit: Ein Projekt, das Verantwortung fördert und Mut macht

Die B-trainee –  Azubi-Station ist ein maßgeschneiderter Ausbildungsansatz, der die besonderen Bedingungen der KLINIK BAVARIA Kreischa aufgreift. Sie verbindet Verantwortung, professionelle Begleitung und interdisziplinäre Zusammenarbeit.

In zwei intensiven Wochen übernehmen die Auszubildenden die Verantwortung für eine Station und erleben die echte Arbeitsrealität in der Pflege. Prioritäten setzen, Ausfallmanagement und Teamorganisation sind genauso wichtig, wie fachliche Expertise und emotionales Feingefühl.

Das Besondere: Jede Azubistation wechselt den Bereich und stellt die Auszubildenden vor neue Herausforderungen, sei es durch unterschiedliche Organisationen, zielgruppenspezifische Betreuungskonzepte, Laufwege oder medizinische Schwerpunkte. Diese Veränderungen stärken ihre Anpassungsfähigkeit und Flexibilität – wichtige Kompetenzen für den zukünftigen Pflegealltag.

„In der ersten Woche braucht man Zeit, um sich einzugrooven. In der zweiten Woche läuft es plötzlich und dann ist das Projekt leider schon wieder vorbei. Eigentlich könnte es gern noch ein bisschen länger gehen“, sagt eine Auszubildende. Das größte Kompliment an das Projekt: Es macht Lust auf mehr Verantwortung, auf eine Pflegeausbildung, die fordert, aber in einem guten Team auch viel zurückgibt.

Das Projekt zeigt, wie moderne Pflegeausbildung aussehen kann: praxisnah, teamorientiert und gemeinsam gestaltet von Berufsfachschule und Klinik. Durch strukturierte Vorbereitung, praktische Verantwortung und wertvolle Reflexionwerden Auszubildende zu selbstbewussten Pflegekräften.

In Zukunft könnte das Projekt auf weitere medizinische Berufe ausgeweitet werden, um auch dort Selbstwirksamkeit in der praktischen Ausbildung und ganzheitliche Verantwortungsübernahme mehr zu fördern und auszubauen.

Diesen Artikel weiterempfehlen.

Zur Person

Jens Schollmeier,

ist Change Manager der KLINIK BAVARIA. Als gelernter Gesundheits- und Krankenpfleger und ehemalige Leitungsfachkraft auf einem neurologischen Rehabilitationsbereich der Phase B bringt er fundierte Praxis- und Führungserfahrung in seine Tätigkeit ein.

In seiner aktuellen Rolle unterstützt er Führungskräfte und Projektverantwortliche bei der Planung, Umsetzung und kommunikativen Begleitung von Veränderungsprozessen. Dabei ist er maßgeblich beteiligt an strategischen Initiativenwie B-smart (Digitalisierung), B-green (Nachhaltigkeit), B-healthy (Betriebliches Gesundheitsmanagement) und Bavariabel (Vielfaltsmanagement). Zudem begleitet er das B-trainee – Azubistation-Projekt und stellt sicher, dass es als Teil eines ganzheitlichen Veränderungsprozesses erfolgreich im Klinikalltag verankert wird.

Neben seiner Projektarbeit führt Jens regelmäßig Fort- und Weiterbildungen, Workshops und Onboardings durch, um die kompetente Umsetzung von Veränderungsprozessen zu gewährleisten.

(2026, February 15).
B-trainee: Azubistation – Verantwortung übernehmen und am Alltag wachsen
magazin.pflegenetz.at
https://magazin.pflegenetz.at/artikel/b-trainee-azubistation-verantwortung-uebernehmen-und-am-alltag-wachsen

unser infoservice

Wir informieren Sie sehr gern über zukünftige Neuerscheinungen und interessante Artikel. 

Weitere Artikel dieser Ausgabe

No data was found
Anzeige

pflegenetz.­newsletter

Mit unserem Newsletter informieren wir Sie
1x monatlich über Aktuelles, Neues und Wissenswertes aus dem Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich.

© pflegenetz 2026