FOMF - Forum für medizinische Fortbildung
Pflegerische Patientenedukation: Warum Information, Beratung und Schulung zum Kern professioneller Pflege gehören
von Tanja Segmüller

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Beim pflegekongress26 am 5. und 6. November in Wien stellt der Fortbildungsanbieter FOMF – Forum für medizinische Fortbildung sein neuestes Angebot vor, das sich speziell an Pflegefachpersonen richtet: Pflege Kompetenz Plus. Prof. Dr. Tanja Segmüller hat als Dozentin dafür Vorträge beigesteuert, die als On-Demand-Fortbildung für Pflegefachpersonen zur Verfügung stehen. Passend zum diesjährigen Motto des pflegekongress26 – „kommunikation:macht:vertrauen“ – behandelt Prof. Segmüller darin die Themen „Leichte Sprache in der Kommunikation mit Patient*innen und Angehörigen“ sowie „Informieren, Schulen und Beraten in der Gesundheitsversorgung“. Mehr über Pflege Kompetenz Plus finden Sie am Ende des Beitrags.

Pflege bedeutet nicht nur, Wunden zu versorgen, Medikamente zu verabreichen oder bei der Körperpflege zu unterstützen. Ein wesentlicher Teil professioneller Pflege besteht darin, Menschen zu befähigen, mit ihrer Erkrankung, ihrer Behinderung oder ihrer Pflegebedürftigkeit selbstbestimmt umzugehen. Dieser Teil wird unter dem Begriff der Patientenedukation zusammengefasst. Gemeint sind alle pflegerischen Maßnahmen, die Patient*innen sowie ihre Angehörigen durch Information, Beratung und Schulung dabei unterstützen, Gesundheit zu erhalten, Krankheit zu bewältigen und den Alltag mit gesundheitlichen Einschränkungen zu gestalten.

 

Dieser Text beschreibt, warum die Kommunikation mit Patient*innen und ihren Angehörigen für beruflich Pflegende so bedeutsam ist, welche Formen der Patientenedukation unterschieden werden und wie sie sich im Pflegealltag konkret zeigt. Außerdem geht er darauf ein, warum Leichte Sprache ein hilfreiches Werkzeug sein kann, um Edukation verständlich und wirksam zu machen.

Was Patientenedukation umfasst: In der Pflege werden mehrere Ebenen unterschieden, die aufeinander aufbauen. Information ist die einfachste Form: Pflegende vermitteln Wissen, zum Beispiel über den Ablauf einer Untersuchung, die Wirkung eines Medikaments oder die Besuchszeiten auf Station. Die Kommunikation verläuft hier überwiegend einseitig.

Beratung ist dialogisch. Pflegende gehen auf die individuelle Situation, die Fragen und die Entscheidungsprobleme eines Menschen ein. Wer beispielsweise überlegt, ob nach einem Schlaganfall die Rückkehr in die eigene Wohnung mit ambulanter Unterstützung möglich ist, braucht keinen Vortrag, sondern ein Gespräch, in dem Möglichkeiten abgewogen werden.

Eine pflegerische Schulung hat den Erwerb von Wissen und Fertigkeiten zum Ziel, oft strukturiert und über mehrere Termine hinweg. Dazu zählen etwa Schulungen zur Insulininjektion, zum Umgang mit einem Stoma oder zur Selbstmessung des Blutdrucks. In der pflegerischen Berufspraxis gehen diese Formen ineinander über. Eine gute pflegerische Edukation passt sich dem Wissensstand, der Lebenssituation und den Wünschen der Betroffenen an und hat ein klares Ziel: Patient*innen und Angehörige sollen verstehen, was geschieht, und fähig und bereit sein, selbst zu handeln.

Warum ist pflegerische Edukation für Patient*innen und ihre Angehörigen so wichtig?

Selbstbestimmung und Teilhabe: Patient*innen haben ein Recht auf verständliche Aufklärung und Information. Dieses Recht ist unter anderem im Patientenrechtegesetz verankert. Es ist zugleich ein ethisches Prinzip: Wer nicht versteht, was mit ihm geschieht, kann keine informierte Entscheidung treffen. Pflegende sind die Berufsgruppe, die am meisten Zeit am Bett verbringt. Sie erleben, welche Fragen offen bleiben, nachdem das ärztliche Gespräch beendet ist, und sie sind oft die ersten Ansprechpersonen, wenn Unsicherheit oder Angst entstehen. Durch Edukation stärken sie die Autonomie der Betroffenen und tragen dazu bei, dass Behandlung und Pflege als gemeinsames Vorhaben erlebt werden und nicht als etwas, das über die Betroffenen hinweg geschieht.

Gesundheitskompetenz stärken: Gesundheitskompetenz beschreibt die Fähigkeit, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und im Alltag anzuwenden. Studien wie der Health Literacy Survey Germany zeigen, dass ein großer Teil der Bevölkerung in Deutschland nur eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz hat. Besonders betroffen sind ältere Menschen, chronisch Kranke, Menschen mit geringem Bildungsniveau oder Migrationsgeschichte sowie Menschen mit Behinderungen. Gerade diese Gruppen sind überdurchschnittlich häufig auf pflegerische Versorgung angewiesen. Edukation ist deshalb kein Zusatzangebot für besonders Interessierte, sondern eine Voraussetzung dafür, dass Versorgung bei allen ankommt.

Sicherheit und Behandlungserfolg: Fehlendes Wissen kann gefährlich sein. Wer nicht weiß, warum er bestimmte Medikamente nehmen muss, setzt sie womöglich eigenmächtig ab. Wer die Warnzeichen einer Verschlechterung nicht kennt, sucht zu spät Hilfe. Edukation trägt nachweislich dazu bei, Komplikationen, Wiedereinweisungen und Behandlungsabbrüche zu verringern. Sie unterstützt die Adhärenz, also die Bereitschaft und Fähigkeit, vereinbarte Therapien im Alltag umzusetzen. Gerade bei chronischen Erkrankungen findet der größte Teil der Behandlung nicht im Krankenhaus oder in der Pflegeeinrichtung statt, sondern zu Hause, durch die Betroffenen selbst. Sie sind dort die Expert*innen für ihren Alltag und Pflegende können sie bestmöglich darin unterstützen.

Übergänge sicher gestalten: Besonders kritisch sind Übergänge zwischen Versorgungsbereichen, etwa die Entlassung aus dem Krankenhaus in die häusliche Umgebung oder in eine Pflegeeinrichtung. Hier gehen Informationen leicht verloren, und Betroffene fühlen sich häufig überfordert. Ein strukturiertes Entlassmanagement, in dem Pflegende erklären, welche Medikamente zu nehmen sind, welche Hilfsmittel organisiert wurden, welche Anzeichen ernst zu nehmen sind und wer im Notfall erreichbar ist, kann diese Lücken schließen.

Angehörige als Mitbetroffene und Mitversorgende: Pflegende Angehörige sind in Deutschland die größte Stütze der Pflege. Die Mehrheit der pflegebedürftigen Menschen wird zu Hause versorgt, häufig überwiegend durch Familienmitglieder. Diese übernehmen Aufgaben, für die sie nie ausgebildet wurden, und sind dabei oft körperlich und seelisch stark belastet. Pflegende, die Angehörige informieren, schulen und beraten, entlasten sie unmittelbar. Sie zeigen etwa rückenschonende Transfertechniken, erklären den Umgang mit Demenz und herausforderndem Verhalten oder weisen auf Entlastungsangebote und Pflegekurse hin. Auch die gesetzlich vorgesehenen Beratungsangebote, etwa die Pflegeberatung nach dem Sozialgesetzbuch XI, zielen darauf ab, Angehörige in ihrer Rolle zu stützen. Edukation dient damit nicht nur der pflegebedürftigen Person, sondern auch der Gesundheit der pflegenden Angehörigen im privaten Umfeld.

Vertrauen und therapeutische Beziehung: Kommunikation ist nicht nur ein Transportmittel für Wissen, sondern gestaltet die Beziehung. Wer sich ernst genommen und verstanden fühlt, fasst Vertrauen, äußert Sorgen früher und beteiligt sich aktiver an der Versorgung. Wer dagegen mit Fachbegriffen überschüttet oder zwischen zwei Aufgaben abgefertigt wird, zieht sich zurück oder nickt, ohne zu verstehen. Edukation ist damit immer auch Beziehungsarbeit.

Professionelles Selbstverständnis: Information, Beratung und Schulung sind ausdrücklich Teil des pflegerischen Aufgabenspektrums. Das Pflegeberufegesetz und die darauf beruhenden Ausbildungsziele beschreiben die Fähigkeit, Menschen aller Altersstufen zu beraten, anzuleiten und zu informieren, als zentrale Kompetenz. Auch die Expertenstandards des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege, etwa zur Sturz- oder Dekubitusprophylaxe, sehen Information, Beratung und Schulung als festen Bestandteil der Maßnahmen vor. Patientenedukation ist also keine Kür, sondern ein fachlicher und rechtlicher Auftrag.

Beispiele aus der Praxis

Diabetes mellitus. Eine ältere Patientin soll nach der Diagnose künftig selbst Insulin spritzen. Pflegende erklären zunächst, warum Insulin notwendig ist und wie sich Blutzucker, Ernährung und Bewegung beeinflussen. Dann zeigen sie die Injektionstechnik, lassen die Patientin selbst üben und besprechen, woran man eine Unterzuckerung erkennt und was dann zu tun ist. Auch die tägliche Kontrolle der Füße gehört dazu, denn kleine Verletzungen können für Menschen mit Diabetes ernste Folgen haben. Entscheidend ist, dass nicht nur erklärt, sondern gemeinsam geübt und Rückmeldung gegeben wird.

Herzinsuffizienz. Ein Patient wird mit der Empfehlung entlassen, sich täglich zu wiegen. Ohne Erklärung erscheint ihm das sinnlos. Pflegende vermitteln, dass eine rasche Gewichtszunahme ein Zeichen für Wassereinlagerungen sein kann und ein Anlass ist, den Hausarzt zu kontaktieren. Gemeinsam wird ein Gewichtstagebuch angelegt und festgelegt, ab wann Hilfe geholt werden soll. So wird aus einer abstrakten Anweisung eine nachvollziehbare Handlung.

Gerinnungshemmende Medikamente. Menschen, die Antikoagulanzien einnehmen, müssen wissen, wie sie Blutungsrisiken erkennen, warum Dosierungen nicht eigenmächtig verändert werden dürfen und weshalb Wechselwirkungen mit anderen Mitteln bedeutsam sind. Eine verständliche Schulung kann hier unmittelbar Komplikationen verhindern.

Sturzprophylaxe. Nach einem Sturz in der Klinik oder zu Hause sprechen Pflegende (z.B. Pflegeberater*innen) mit Patient*innen und Angehörigen über Stolperfallen, geeignetes Schuhwerk, Beleuchtung, Hilfsmittel und Übungen zur Kraft und zum Gleichgewicht. Beratung bedeutet dabei, die konkrete Wohnsituation zu berücksichtigen, statt nur einen Flyer mitzugeben.

Demenz. Angehörige eines Menschen mit Demenz erleben im Alltag oft Verhaltensweisen, die sie als belastend oder verletzend empfinden. Pflegende können erklären, dass solche Verhaltensweisen Ausdruck der Erkrankung sind und häufig einen Grund haben, etwa Schmerz, Angst oder Überforderung. Sie vermitteln Kommunikationsstrategien, zeigen Möglichkeiten zur Tagesstrukturierung und weisen auf Entlastungs- und Beratungsangebote hin.

Stomaversorgung. Nach der Anlage eines Stomas steht neben der Technik des Beutelwechsels vor allem die emotionale Verarbeitung im Vordergrund. Edukation heißt hier, praktische Fertigkeiten zu vermitteln, aber auch Raum für Scham, Sorgen um Partnerschaft und Alltag zu geben.

Palliative Situationen. Angehörige fragen oft, was in den letzten Lebenstagen zu erwarten ist. Verständliche, einfühlsame Information über Veränderungen von Atmung, Appetit und Bewusstsein nimmt Ängste und hilft ihnen, die Sterbebegleitung aktiv und ruhiger zu gestalten.

Was gute Edukation ausmacht: Wirksame Edukation beginnt mit einer Einschätzung: Was weiß die Person schon? Was möchte sie wissen? Welche Sprache spricht sie, wie gut sieht und hört sie, welche Rolle spielen Ängste, Schmerzen oder Müdigkeit? Darauf aufbauend werden gemeinsam Ziele vereinbart, die für die Betroffenen sinnvoll sind. Informationen werden in kleinen Portionen vermittelt, mit Beispielen aus dem Alltag und mit Hilfsmitteln wie Bildern, Modellen oder Broschüren. Ein Gespräch im Vorbeigehen auf dem Flur reicht selten aus, denn Aufmerksamkeit und Ruhe sind Voraussetzungen für Lernen.

Eine bewährte Methode ist das sogenannte Teach-Back: Pflegende bitten die Person, in eigenen Worten wiederzugeben, was sie verstanden hat, etwa mit den Worten: „Damit ich sicher sein kann, dass ich es gut erklärt habe: Wie würden Sie das morgen Ihrer Tochter erzählen?“ Die Frage prüft nicht das Wissen der Patientin, sondern die Qualität der Erklärung. Wo Missverständnisse sichtbar werden, kann nachgebessert werden. Ergänzend sind Dokumentation und Wiederholung wichtig, damit auch Kolleg*innen an das bereits Vermittelte anknüpfen können.

Leichte Sprache als Brücke zum Verstehen

Was Leichte Sprache ist: Leichte Sprache ist eine besonders verständliche Form der deutschen Sprache. Sie folgt festgelegten Regeln, die vom Netzwerk Leichte Sprache und anderen Fachstellen entwickelt wurden: kurze Sätze, nur eine Aussage pro Satz, Verzicht auf Fremdwörter und Abkürzungen, einheitliche Begriffe, aktive anstatt passive Formulierungen, ein klares Schriftbild und unterstützende Bilder. Texte in Leichter Sprache werden häufig von Menschen mit Lernschwierigkeiten auf Verständlichkeit geprüft. Von der Leichten Sprache zu unterscheiden ist die Einfache Sprache, die weniger streng geregelt ist und sich an eine breitere Gruppe richtet. Im pflegerischen Alltag sind beide Formen nützlich. Ursprünglich wurde Leichte Sprache für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen entwickelt, ihr Nutzen reicht aber weit darüber hinaus. Profitieren können Menschen mit Lernschwierigkeiten, Menschen mit geringer Lese- und Schreibkompetenz, Menschen mit Demenz oder nach einem Schlaganfall mit Sprachstörungen, Menschen, die Deutsch erst lernen, sowie Menschen in akuten Belastungssituationen. Wer Angst hat, Schmerzen empfindet oder unter Stress steht, kann komplexe Informationen oft kaum aufnehmen. Eine klare, einfache Sprache kann dann sehr helfen.

Im Gesundheitswesen ist Fachsprache allgegenwärtig. Begriffe wie „Kontraindikation“, „postoperativ“ oder „Mobilisation“ sind für Pflegende Routine, für Patient*innen aber oft unverständlich. Viele trauen sich nicht nachzufragen, weil sie nicht als unwissend gelten wollen. Das Ergebnis sind Missverständnisse, falsche Einnahme von Medikamenten oder unterlassene Hilfeersuchen. Leichte Sprache baut diese Hürden ab und macht Informationen zugänglich.

Ein Beispiel: Statt „Bitte nehmen Sie das Medikament postprandial ein.“ heißt es in Leichter Sprache: „Nehmen Sie die Tablette nach dem Essen ein.“ Statt „Bei Auftreten von Dyspnoe oder Thoraxschmerzen kontaktieren Sie umgehend den Notruf“ kann es heißen: „Sie bekommen schlecht Luft? Oder Sie haben Schmerzen in der Brust? Dann rufen Sie sofort die 112 an.“ Der Inhalt bleibt, die Verständlichkeit steigt deutlich.

Auch Aufklärungsbögen, Entlassbriefe, Pflegeanleitungen und Hinweise zur Medikamenteneinnahme lassen sich in Leichter Sprache gestalten. Bildkarten, Piktogramme und kurze Checklisten unterstützen das Verstehen zusätzlich und erleichtern es auch Angehörigen, die ohne Vorwissen Pflegeaufgaben übernehmen.

Rechtlicher und ethischer Hintergrund: Das Recht auf verständliche Information ist auch menschenrechtlich begründet. Die UN-Behindertenrechtskonvention, die in Deutschland geltendes Recht ist, verpflichtet zu barrierefreier Kommunikation und Information. Das Behindertengleichstellungsgesetz stärkt die Verwendung von Leichter Sprache, vor allem im Bereich öffentlicher Stellen. Für Pflegeeinrichtungen und Kliniken bedeutet das: Verständlichkeit ist keine Gefälligkeit, sondern Teil von Teilhabe und Gleichbehandlung.

Leichte Sprache im Gespräch: Leichte Sprache betrifft nicht nur Schriftstücke, sondern auch das persönliche Gespräch. Pflegende können ihre Sprache anpassen, indem sie langsam und deutlich sprechen, Pausen lassen, eine Information nach der anderen geben, konkrete Beispiele verwenden und Fachbegriffe erklären oder vermeiden. Wichtig ist, Erwachsene nicht zu bevormunden. Einfache oder Leichte Sprache bedeutet nicht Kindersprache, sondern respektvolle Klarheit. Die Haltung dahinter lautet: Ich bin dafür verantwortlich, dass Sie mich verstehen können.

Herausforderungen im Alltag: Dass Edukation in der Praxis nicht immer in der gewünschten Qualität stattfindet, hat Gründe. Zeitdruck, Personalmangel, fehlende Räume und unklare Zuständigkeiten erschweren strukturierte Gespräche und Schulungen. Hinzu kommt, dass pädagogische und kommunikative Kompetenzen in der Aus- und Weiterbildung unterschiedlich gewichtet werden. Dennoch lässt sich auch bei knappen Ressourcen vieles verbessern: Standardisierte Materialien in verständlicher Sprache entlasten, feste Zeitfenster für Gespräche schaffen Verlässlichkeit und Fortbildungen zu Gesprächsführung und Teach-Back stärken die Sicherheit der Pflegenden. Auch Pflegeexpert*innen, Pflegeberatungen und Schulungsprogramme für bestimmte Erkrankungen können das Team unterstützen. Investitionen in Edukation zahlen sich aus, weil sie Komplikationen, Wiederaufnahmen und Missverständnisse verringern.

Fazit: Pflegerische Patientenedukation ist weit mehr als das Weitergeben von Informationen. Sie befähigt Menschen, Entscheidungen zu treffen, Therapien umzusetzen, Risiken zu erkennen und mit Krankheit und Pflegebedürftigkeit im Alltag zurechtzukommen. Sie entlastet (pflegende) Angehörige, stärkt Vertrauen und erhöht die Sicherheit der Versorgung. Beruflich Pflegende nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein, denn sie sind nah an den Menschen, kennen ihre Lebensumstände und begleiten sie oft über längere Zeit. Damit Edukation gelingt, muss sie verstanden werden. Leichte und Einfache Sprache sind dafür wirkungsvolle Instrumente: Sie senken Barrieren, fördern Teilhabe und machen Gesundheitsinformationen für alle zugänglich, nicht nur für diejenigen, die ohnehin mit Fachsprache vertraut sind. Wer in der Pflege klar, respektvoll und zugewandt kommuniziert, leistet einen unmittelbaren Beitrag zu besserer Versorgung und zu mehr Selbstbestimmung.

 

Literaturquellen

Büker, Christa (2015): Pflegende Angehörige stärken. Information, Schulung und Beratung als Aufgaben professioneller Pflege. 2., überarbeitete Auflage. Kohlhammer.

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) (2025): Leichte Sprache – Ein Ratgeber zu den Regeln von Leichter Sprache, https://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/Broschueren/a752l-1-ratgeber-zu-den-regeln-von-leichter-sprache.html

Jacobi, Petra (2021): Barrierefreie Kommunikation im Gesundheitswesen. Leichte Sprache und andere Methoden für mehr Gesundheitskompetenz. Springer.

Schieron, Martin (2024): Pflegebezogene Mikroschulungen. Hogrefe.

Schieron, M., Büker, C. & Zegelin, A. (Hrsg.) (2021): Patientenedukation und Familienedukation in der Pflege. Praxishandbuch zur Information, Schulung und Beratung. Hogrefe.

Segmüller, T. (Hrsg.) (2015): Beraten, Informieren und Schulen in der Pflege – Rückblick auf 20 Jahre Entwicklung. Mabuse Verlag.

 

Mehr über Pflege Kompetenz Plus

Pflege Kompetenz Plus ist ein neues, digitales Fortbildungsangebot von FOMF – Forum für medizinische Fortbildung, das sich speziell an klinische Pflegefachpersonen richtet. Auf der Fortbildungs- und Wissensplattform können Sie sich über Expert:innen-Videos zu aktuellen und praxisrelevanten Themen der klinischen Pflege informieren und weiterbilden.

Die Inhalte werden gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Leiter, Prof. Dr. rer. medic. Andre Ewers, BScN, MScN entwickelt und laufend erweitert sowie aktualisiert. Somit können Pflegefachpersonen stets über aktuelle Entwicklungen, neue Erkenntnisse und relevante Fortbildungsthemen informiert bleiben. Auch die Inhalte der jährlichen Live-Kurse „Pflege Update Refresher“ bzw. „Pflege Refresher“ werden auf der digitalen Plattform Pflege Kompetenz Plus im Nachhinein zur On-Demand-Nutzung bereitgestellt und sind zeit- und ortsunabhängig abrufbar.  

Für jeden Themenbereich kann eine Lernerfolgskontrolle abgeschlossen werden. Nach erfolgreichem Abschluss wird ein Zertifikat ausgestellt, das die absolvierte Fortbildung dokumentiert. In Österreich sind die Inhalte mit den Pflegefortbildungspunkten ÖGKV PFP® zertifiziert.

Pflege Kompetenz Plus ermöglicht Pflegefachpersonen somit eine flexible, zeit- und ortsunabhängige Weiterbildung – ideal für die kontinuierliche berufliche Entwicklung in der Pflege.

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