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"School Nurses" - ein erfolgreiches Pilotprojekt der Stadt Wien
Beatrix Buder

Zahlreiche Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen Gesundheit und Lernerfolg. Ziel des Pilotprojektes „School Nurses“ ist es daher, den Gedanken der Community Nurses (CN) in Schulen und Kindergärten zu verankern. Für ältere Menschen in Wien sind darüber hinaus zwei weitere CN-Projekte in Umsetzung.

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Einblicke in die Arbeit der „School Nurses“

„Wir freuen uns, dass unsere School Nurses seit letztem Jahr nicht nur die Gesundheit der Kinder stärken, sondern auch deren Gesundheitskompetenz fördern“, meint die Projektleiterin Mag.a Karin Klenk vom Gesundheitsdienst der Stadt Wien. An sechs ausgewählten Standorten in Wien betreuen vier diplomierte Gesundheits- und Krankheitspflegepersonen die Kinder und Jugendlichen. Um während des Piloten möglichst viel Erfahrung zu sammeln, wurden unterschiedliche Standorte ausgewählt: eine Volksschule, zwei Mittelschulen, ein Sonderpädagogisches Zentrum sowie ein Bildungscampus.

Copyright Markus Schleininger/MA 15.

Das Resümee der School Nurses deutet auf einen bislang erfolgreichen Piloten hin. „Das Projekt wird in der Schule von Pädagog*innen und Schüler*innen sehr gut angenommen. Die Kinder freuen sich sehr über die School Nurse und erkennen mich mittlerweile schon auf der Straße.“ Im Alltag äußern sich die Verantwortungen und Rollen der School Nurses in diversen Aufgabenbereichen, vor allem für Erstversorgungsleistungen (z. B. Schürf- und Schnittwunden, Bauch- und Kopfschmerzen, Übelkeit) werden die School Nurses häufig aufgesucht, aber auch Beratungsgespräche mit Kindern, Eltern und Lehrer:innen zählen zum Repertoire der Gesundheits- und Krankenpflegepersonen. Neben Erstversorgungsleistungen sollen die School Nurses zukünftig auch Drehscheibe der Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams werden, um Kinder mit chronischen Erkrankungen in Schulen besser zu betreuen und Erziehungsberechtigten in unterschiedlichen Situationen Ansprechpersonen nennen zu können.

Um die Gesundheitskompetenz der Kinder zu stärken, wurde bspw. auch ein Erste-Hilfe-Kurs organisiert, bei welchem Kindern Verbandstechniken und die stabile Seitenlage mit spielerischen Beispielen vermittelt wurden. Dafür bekam jedes Kind einen kleinen Verband, womit das Maskottchen der School Nurses behutsam behandelt wurde. Im neuen Schuljahr, im Herbst 2022, starten einige weitere Projekte und Veranstaltungen zu den Themen Bewegung und gesunde Ernährung.

In Zusammenarbeit mit der FH Campus wurde im Rahmen des Projektes außerdem ein eigenes Ausbildungsprogramm geplant. Im Zuge dessen erhalten diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger*innen Kompetenzen in den Bereichen Schulgesundheitspflege, Edukation und Beratung in Schulen und Kindergärten sowie Gesundheitsförderungen und Prävention im Kindes- und Jugendalter. Der erste Durchgang startet im November 2022. Interessierte können sich noch anmelden.

Der Pilot soll wichtige Erkenntnisse für den Ausbau der School Nurses in Wien liefern. Der Pilot wird von der Medizinischen Universität Wien begleitet. Eine Evaluierung vor und nach Durchführung des Piloten soll dabei Aufschluss über den Mehrwert des Einsatzes von School Nurses geben. Fest steht, dass bereits jetzt positive Erfahrungen gesammelt werden, wie eine School Nurse ihre bisherige Erfahrung im Piloten zusammenfasst: „Veränderung ist am Anfang schwer, in der Mitte chaotisch, aber am Ende einfach großartig.“

Projekt „School Nurse” im Überblick

Zielgruppen

  • Kinder und Jugendliche an den ausgewählten Pilotstandorten im 10. und 23. Bezirk
  • Pädagogisches Personal an den Schulen und Kindergärten (Entlastung)
  • Eltern und Erziehungsberechtigte (Entlastung)

 

Ziele

  • Gesundheit an Schulen und Kindergärten steigern
  • damit zusammenhängenden Lernerfolg sichern

Zahlen im Überblick

  • Fördersumme: rd. € 250.000;
  • Einsatz von 4 School Nurses (VZÄ)

Projekte für ältere Zielgruppen

Neben den „School Nurses“ laufen aktuell mit „Community Nursing in Wien“ und „Grätzlpflege Landstraße“ zwei CN-Projekte, die sich an ältere Menschen und Angehörige in konkreten Versorgungsgebieten in Wien richten. Wie bei den „School Nurses“ fungiert der Fonds Soziales Wien (FSW), der im Auftrag der Stadt die Förderanträge einbrachte, auch hier als Fördernehmer.

 

Projekt „Community Nursing in Wien“

Das Projekt „Community Nursing in Wien“ wird vom FSW-Tochterunternehmen Wiener Pflege- und Betreuungsdienste (FSW-WPB) umgesetzt. Projektleiterin Manuela Berger (FSW-WPB) hat die Tätigkeit aufgenommen, die Personalsuche ist abgeschlossen.

Zielgruppen

  • ältere Menschen mit Beratungs- oder Unterstützungsbedarf in pflegerischen und gesundheitlichen Belangen
  • pflegende An- und Zugehörige
  • Menschen ab dem 75. Lebensjahr ohne ersichtlichen bestehendem Pflegebedarf
  • Bewohner:innen in ausgewählten Regionen des 11., 15., 20. und 21. Wiener Gemeindebezirks

Ziele

  • Gesundheit und Lebensqualität der Zielgruppen fördern
  • Einsamkeit und sozialer Isolation im Alter entgegenwirken
  • Entlastung des Gesundheitssystems durch Reduktion von Spitalsbesuchen

Tätigkeiten und Vorgehensweise

Die Community Nurses ergänzen das bestehende Angebot der FSW-Beratungszentren durch Präventionsprogramme. Die Zielgruppe wird partizipativ in die Entwicklung von individuellen Maßnahmen einbezogen und kann Sprechstunden, Workshops, Hausbesuche und persönliche Begleitung zu präventiven Angeboten nutzen. Auf systemischer Ebene trägt die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern zur bedarfsdeckenden integrierten Pflegeversorgung bei und hilft, ungedeckte gesundheitliche oder pflegerische Bedarfe zu erkennen. Durch engmaschige Kooperation mit Netzwerkpartner:innen (Pensionist:innenclubs, Tageszentren, Bezirksvorstehung, Gesundheitsberufe, etc.) wird der Bedarf der Zielgruppe erhoben. Erste Termine und Hausbesuche sind bereits für September geplant.

 

Zahlen im Überblick

  • Zuerkannte Fördersumme: rd. € 2,4 Millionen;
  • Einsatz von 8 Community Nurses (VZÄ) ab November

 

Projekt „Grätzlpflege Landstraße“

Das Projekt „Grätzlpflege Landstraße“ wird im 3. Bezirk in der Projektregion rund um den Rabenhof umgesetzt. Die Grätzlpflege Landstraße wird Partner des Gesundheitsparks Herz-Jesu Wien. Aktuell werden die strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen für das Projekt geschaffen (z.B. Anmietung des Stützpunktes für die Community Nurses und Vorbereitungen für die Personaleinstellungen.

 

Zielgruppen

  • Personen ab dem 75. Lebensjahr
  • Menschen mit Bewegungseinschränkungen jeden Alters
  • Berufstätige (Initiativen zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz)
  • Bewohner:innen der definierten Projektregion rund um den Rabenhof

 

Ziele

  • mehr gesündere Lebensjahre für die Zielgruppen
  • Ermöglichen eines möglichst langen, qualitativ hochwertigen Verbleibens im eigenen Zuhause
  • Bedarfsgerechte Beratung, Begleitung und Unterstützung bei Krankheit
  • Beratung, Begleitung und Unterstützung im Umgang mit Gesundheitsressourcen

Tätigkeiten und Vorgehensweise

Die gesetzten Aktivitäten (Hausbesuche, Sprechstunden, Informationsveranstaltungen, Vorträgen, Workshops, Bewegungs- und Gymnastikprogramme, regelmäßige „Stammtische“, gesunde Jause etc.) sind niederschwellig und wohnungsnahe. Im Zentrum steht der Gemeindebau Rabenhof, der mit einem eigenen Stützpunkt ein Kerngebiet der Tätigkeiten der Community Nurse sein wird. Inhaltlich stehen Edukation und Förderung der Gesundheitskompetenz im Mittelpunkt. Die seelische und psychosoziale Gesundheit wird gefördert, indem auf Themen wie Einsamkeit, soziale Isolation oder das Altern an sich eingegangen wird. Die Community Nurse koordiniert und vermittelt hierfür bedarfsgerechte Angebote. Sie ist in das etablierte Expert:innennetzwerk des Gesundheitsparks Herz-Jesu Wien eingebettet und arbeitet mit weiteren zentralen Kooperationspartnern im regionalen Umfeld zusammen.

 

Zahlen im Überblick

  • Zuerkannte Fördersumme: € 300.000
  • Einsatz von 1 Community Nurse (VZÄ)

Über „Community Nursing“: Aufgaben und Finanzierung

Community Nursing (CN) ist international ein Spezialbereich der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Public Health. Ziel ist es, durch die Anwendung von Wissen aus den Bereichen Pflegewissenschaft, Sozialwissenschaft und Public Health die Gesundheit von Einzelpersonen, Familien, Gruppen und Gemeinschaften zu fördern. Im Rahmen der geförderten Projekte werden Community Nurses als zentrale Ansprechpersonen und Berater:innen für ältere zu Hause lebende Menschen mit Informations-, Beratungs-, Pflege- und/oder Unterstützungsbedarf tätig – wohnortnah, niederschwellig und bedarfsorientiert. Darüber hinaus beraten sie Menschen ab dem 75. Lebensjahr und pflegende Angehörige präventiv bei Hausbesuchen. Regionale Erweiterungen der Zielgruppen sind – wie etwa im Projekt „Schoolnurse“ – möglich. Die maximale Förderlaufzeit von Projekten ist mit 31.12.2024 festgelegt.

In Österreich werden CN-Projekte im Rahmen der Weiterentwicklung der Pflegevorsorge österreichweit vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) gefördert. Finanziert werden die Projekte über den österreichischen Aufbau- und Resilienzplan (RRF) durch die Europäische Union. Das Fördervolumen beträgt 54,2 Mio. EUR für insgesamt 150 Vollzeitäquivalente. Die Förderkriterien sind in der Sonderrichtlinie für den österreichischen Aufbau- und Resilienzplan – Maßnahme Community Nursing definiert.

Die Beteiligung am Fördercall war ausschließlich für Gemeinden, Städte und Sozialhilfeverbände möglich. Für die Stadt Wien erwirkte der FSW im Auftrag des Gemeinderates die Förderzusagen für die drei vorgestellten Projekte. Die Förderwürdigkeit wurde von der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) geprüft, die für kontinuierliche Begleitung, Monitoring und Evaluierung sorgt.

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