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Markus Lang & Manuel Pfeilstecher
Macht Übung den CPR Meister?
Reanimationstraining als self-directed learning Konzept am Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege an der FH JOANNEUM

Der Einsatz von CPR-Feedbackgeräten zur Unterstützung von „self-directed learning“ Angeboten, ermöglicht eine Steigerung der CPR-Fähigkeiten von Studierenden bei Beatmung und Herzdruckmassage. Die größeren Herausforderungen im Rahmen der CPR gehen von der Beatmung aus, wobei hier auch die größere Leistungssteigerung zu verzeichnen ist. Der Einsatz von High-Fidelity Mannequins und CPR-Feedbackgeräten ermöglicht zudem eine effektive Nutzung von Unterrichts- und Übungszeit und selbstbestimmte Lern- und Übungssequenzen unter einheitlichen Rahmenbedingungen. Die eigenständige Verwendung von Feedbacktechnologie fördert die Lernautonomie Studierender und führt zur Anpassung und Steigerung lebensrettender CPR-Kompetenzen, unabhängig von der Anwesenheit von Lehrpersonen.

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Plötzlicher Herzstillstand ist einer der häufigsten Todesursachen in Europa (Perkins et al., 2015). Maßnahmen zur Cardiopulmonalen Reanimation (CPR), wie Herzdruckmassage und Beatmung, haben einen hohen Stellenwert für erfolgreiche Wiederbelebung und stehen in direktem Zusammenhang mit Überlebensraten (Johnson et al., 2016).
Die Kompetenz von Krankenpflegepersonen in CPR-Basismaßnahmen ist von enormer Bedeutung, da sie häufig in solchen Situationen als „first-responder“ involviert sind (Xanthos et al., 2012). Leitlinien zur korrekten Durchführung von CPR-Maßnahmen des European Resuscitation Council (ERC) empfehlen als Ausbildungsgrundlage den Einsatz von High-Fidelity-Simulationsmannequins und CPR-Feedbackgeräten (ERC, 2015). Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Erste Hilfe“ des Studienganges Gesundheits- und Krankenpflege werden High-Fidelity-Simulatoren in Verbindung mit CPR-Feedbackgeräten ein- und somit ERC-konform umgesetzt.
Vorrangig wird das Ziel verfolgt, praktische Fähigkeiten zu vermitteln, diese zu üben und weiter zu entwickeln. Zur Förderung der Studierendenautonomie und zur Festigung von Fertigkeiten kommen Konzepte des „self-directed learning“ zur Anwendung. Self-directed learning wird dabei durch die Menge der Verantwortung definiert, die Studierende für ihr eigenes Lernen akzeptieren (Fisher, King, & Tague, 2001).
Im undergraduate Setting sollen Studierende ermutigt werden, durch self-directed learning-Ansätze Kontrolle und Autonomie über ihren persönlichen Fortschritt auszuüben (Pryce-Miller, 2010). Die Bereitschaft zum self-directed learning steht in Zusammenhang mit besseren akademischen Leistungen und hat auch Potential, die Kompetenzentwicklung bei Auszubildenden in der Pflege zu beeinflussen (Yang & Jiang, 2014).
Lehrenden kommt eine motivierende und ermöglichende Rolle zu, da spezifisches Feedback und Anleitung trotz Autonomie der Studierenden wichtig ist. Ein Mangel dieser lernunterstützenden Faktoren kann bei Studierenden zu Frustration und Stress führen (Hewitt-Taylor, 2001).

Self-directed learning Umsetzung an der FH Joanneum

CPR-Maßnahmen wurden mit Hilfe von High-Fidelity-Simulatoren und CPR-Feedbackgeräten im Unterricht in Anlehnung an die ERC Leitlinien demonstriert und von den Studierenden geübt. Das Feedbackgerät gibt unmittelbare visuelle Rückmeldung zur CPR-Qualität, das durch Lehrende weiter konkretisiert und individualisiert wird. Die Performancedaten der Studierenden aus dem Unterricht wurden aufgezeichnet. Diese Dokumentation von Ausgangswerten ermöglicht es, Trends in der Entwicklung von Fähigkeiten quantitativ zu beobachten.
Die Studierenden haben die Möglichkeit, zusätzlich zu den Unterrichtseinheiten eigenverantwortlich und freiwillig CPR zu trainieren. Notwendiges Equipment und Räumlichkeiten werden zur Verfügung gestellt und die Studierenden zur eigenständigen und freiwilligen Dokumentation ihrer Übungsergebnisse, in bereitgestellten Listen, motiviert. Der Einsatz von QCPR Software ermöglicht Studierenden objektivierte Rückmeldung über die Qualität ihrer Leistungen ohne Lehrendenpräsenz.
Die abschließende Lehrveranstaltungsprüfung beinhaltet eine CPR Demonstration, unterstützt durch die QCPR Software über zwei Minuten.
Es stellt sich die Frage, wie sich der Einsatz von Simulationsmannequins und CPR-Feedbackgeräten in Kombination im „self-directed learning“ Ansatz auf die CPR-Fähigkeiten der Studierenden auswirkt.

Ergebnisse

In der Leistungsevaluation konnten die Ergebnisse von insgesamt 53 Studierenden integriert werden. Die erhobenen Daten (Tabelle 1) verdeutlichen eine generelle Steigerung der CPR-Fähigkeiten der Studierenden durch eigenverantwortliches Üben.
Der Wert der Kompression steigerte sich von einem Ausgangswert von 87,3%, erhoben im Rahmen der Lehrveranstaltung „Erste Hilfe“, auf 92,9% in der „self-directed-learning“ Übungsphase zu einem Endergebnis von 95,4% bei der Prüfungsleistung.
Bei der Beatmung konnte sogar eine Steigerung von einem Ausgangswert von 63,9%, erhoben im Rahmen der Lehrveranstaltung, auf 74,9% in der „self-directed-learning“ Übungsphase, bis zu einem Resultat von 76,4% bei der Prüfung demonstriert werden.
Somit wurde eine Gesamtsteigerung bei der Herzdruckmassage um 8,1% erreicht. Bei der Beatmung liegt diese Steigerung bei 12,5%.

Interpretation

Der Einsatz von CPR-Feedbackgeräten in Kombination mit einem „self-directed learning“ Ansatz, ermöglicht eine Steigerung der CPR-Fähigkeiten der Studierenden sowohl bei der Beatmung als auch bei der Herzdruckmassage.
Der Einsatz von CPR-Feedbackgeräten stellt eine effektive Nutzung von Übungszeit dar und ermöglicht selbstbestimmte Lern- und Übungssequenzen. Die eigenständige Verwendung von Feedbacktechnologie fördert die Lernautonomie der Studierenden und führt zur Steigerung lebensrettender Kompetenzen.
Standardisierte Mannequins stellen einheitliche Rahmenbedingungen dar. Der Einsatz von softwaregestützter, objektiver Rückmeldung ermöglicht Studierenden, ohne Anwesenheit einer Lehrkraft, CPR-Technik anzupassen und zu verbessern.
Studierende entwickeln in der Lehrveranstaltung „Erste Hilfe“ die nötigen Kompetenzen, Reanimationsmaßnahmen optimal zu starten. Zusätzlich kann die Notwendigkeit abgeleitet werden, CPR-Skills durch wiederholendes Training aufrecht zu erhalten. Hierzu ist es notwendig, curriculare CPR-Konzepte auszuarbeiten oder Wiederbelebungskurse in regelmäßigen Intervallen anzubieten.

 

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Literatur

ERC (2015). Leitlinien for resuscitation. Abgerufen am 01. Juli 2020 von https://ercLeitlinien.elsevierresource.com/

Fisher M., King J., & Tague G. (2001). Development of a self-directed learning readiness scale for nursing education. Nurse Educ Today. Oktober 2001;21(7):516–25.

Hewitt-Taylor J. (2001). Self-directed learning: views of teachers and students. J Adv Nurs. November 2001;36(4):496–504.

Johnson M., Peat A., Boyd L., Warren T., Eastwood K., & Smith G. (2016). The impact of quantitative feedback on the performance of chest compression by basic life support trained clinical staff. Nurse Educ Today. 1. Oktober 2016;45:163–6.

Perkins G.D., Handley A.J., Koster R.W., Castrén M., Smyth M.A., Olasveengen T., et.al. (2015). Basismaßnahmen zur Wiederbelebung Erwachsener und Verwendung automatisierter externer Defibrillatoren. Notf Rettungsmedizin. 1. Dezember 2015;18(8):748–69.

Pryce-Miller M. (2010). Are first year undergraduate student nurses prepared for self directed learning? Nurs Times. 23. November 2010;106:21–4.

Partiprajak S., & Thongpo P. (2016). Retention of basic life support knowledge, self-efficacy and chest compression performance in Thai undergraduate nursing students. Nurse Educ Pract. 1. Januar 2016;16(1):235–41.

Yang G.-F., & Jiang X.-Y. (2014). Self-directed learning readiness and nursing competency among undergraduate nursing students in Fujian province of China. Int J Nurs Sci. 1. September 2014;1(3):255–9.

Xanthos T., Akrivopoulou A., Pantazopoulos I., Aroni F., Datsis A., & Iacovidou N. (2012). Evaluation of nurses’ theoretical knowledge in Basic Life Support: a study in a district Greek hospital. Int Emerg Nurs. Januar 2012;20(1):28–32.

Zur Person

Manuel Pfeilstecher, MBA MSc
Hochschullektor (FH) am Institut für Gesundheits- und Krankenpflege der FH JOANNEUM Graz
Studium Gesundheits- und Sozialmanagement sowie Pflegepädagogik
manuel.pfeilstecher@fh-joanneum.at

Markus Lang, BSc MNurs(Hons)
Hochschullektor (FH) am Institut für Gesundheits- und Krankenpflege der FH JOANNEUM Graz
Studium „Professional Clinical Practice“ an der University of Auckland, NZL
markus.lang@fh-joanneum.at

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